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Die sanften Riesen kommen ursprünglich aus Maine, in Nordamerika. Um ihre Entstehung werden viele Legenden erzählt. Eine davon gab der Maine Coon auch ihren Namen: so sollen sich ganz normale, verwilderte Hauskatzen mit Waschbären (auf Englisch = racoon) verpaart haben. Dadurch sind sie, so die Annahme, zu ihrem halblangen Fell und ihrem buschigen Schwanz gekommen.
Natürlich ist dies genetisch unmöglich, es führte aber dazu, dass ursprünglich nur Katzen in der - heute noch beliebtesten - Farbvariante black-tabby, denn diese sah dem Waschbär am ähnlichsten, als Maine Coons bezeichnet wurden. Ihre Brüder und Schwestern in anderen Farbvarianten bezeichnete man damals als "Maine Shags". Am wahrscheinlichsten ist es aber wohl, dass Einwanderer und Seeleute ihre langhaarigen Angorakatzen mit nach Amerika brachten und diese sich dann mit einheimischen Katzen paarten. Das raue Klima begünstigte eine schnelle Anpassung in Form eines dichten, wärmenden und wasserabweisenden Felles mit Fellbüscheln unter den Füßen, die als Art Schneeschuh dienen und das Einsinken in hohen Schnee verhindern. Das es sowohl in Nordamerika als auch in Skandinavien und Sibirien ähnliche Katzen gibt, lässt natürlich auch die Vermutung zu, dass vielleicht die Wikinger längst vor Kolumbus die neue Welt entdeckten und ihre Katzen mitbrachten.
Die Maine Coon fand auch bei uns sehr schnell viele Freunde und entwickelte sich seit Beginn der neunziger Jahre zu einer Moderasse. Dass eine solche Entwicklung nicht nur Vorteile mit sich bringt, ist hinlänglich auch von anderen Rassen bekannt. Von Ausstellung zu Ausstellung wuchs die Zahl der gemeldeten Maine Coons kontinuierlich an. Und mit der Anzahl stieg auch das unterschiedliche Erscheinungsbild, das sich dem Betrachter bot, so dass man manchmal Zweifel hatte, hier noch ein- und dieselbe Katzenrasse vor sich zu sehen. Da gab es von gedrungen wirkenden, perserähnlichen Tieren bis hin zu fledermausohrigen, orientalisch wirkenden Geschöpfen nahezu alle Variationen zu sehen. Die erste Variante, die Maine Coons, die eigentlich eher einer Perserkatze mit Nase ähnelten, wurden fälschlicherweise oft als "der alte Typ" bezeichnet. Dass dies nicht stimmt, beweisen Aufnahmen aus den Siebziger Jahren, auf denen Maine Coons zu sehen sind, die ganz dem Typ entsprechen, der heute noch in USA und auch hierzulande bevorzugt wird. Wie sich dann die Tiere in Deutschland bis Anfang der Neunziger Jahre so weit von ihren amerikanischen Originalen weg entwickeln konnten, darüber kann man wohl heute nur noch Vermutungen anstellen. Um dem ganzen Wirrwarr in Europa ein Ende zu setzen, wurde der FIFé Standard Mitte der Neunziger Jahre neu gefasst.
Steckbrief:
Der Kopf soll von mittlerer Größe sein und einen kantigen Umriss haben. Im Profil soll die Nase eine sanfte konkave Wölbung haben und die Stirn sanft gebogen sein. Die Wangenknochen sind hoch stehend und hervorgehoben. Das Gesicht und die Nase sind von mittlerer Länge mit einem kantigen Schnauzenumriss. Das Kinn ist fest und verläuft in einer senkrechten Linie mit Nase und Oberlippe. Die Ohren sind groß, breit im Ansatz und mäßig spitz zulaufend. Luchspinsel sind erwünscht. Platziert sind sie hoch am Kopf stehend mit einer ganz leichten nach außen gerichteten Neigung. Die Augen sind groß, leicht oval, aber nicht mandelförmig. Eine klare Augenfarbe ist wünschenswert. Der Nacken ist muskulös und stark. Der Körper ist lang, rechteckig, von starkem Knochenbau und Muskulatur. Er soll großformatig sein und mit allen anderen Körperteilen im Gleichgewicht liegen. Die Beine sind kräftig und von mittlerer Länge, damit sie mit dem Körper zusammen ein Rechteck bilden. Die Pfoten sind groß, rund und zwischen den Zehen sitzen die typischen Fellbüschel. Der Schwanz soll mindestens so lang sein wie der Körper vom Schulterblatt bis zum Schwanzansatz. Er ist breit am Ansatz, zum Ende hin spitz zulaufend und mit vollem, wehendem Haar befedert. Das Fell ist wasserabweisend, dicht, kurz am Kopf, den Schultern und den Beinen. Insgesamt ist das Fell glatt und fühlt sich seidig an. Coonies gibt es in vielen Farbschlägen, auch jeder Weißanteil ist erlaubt.
Maine Coons sind so genannte Sätzünder, sie entwickelen sich sehr langsam und brauchen ca. vier Jahre, bis sie ihre Größe und Statur erreicht hat. Ein ausgewachsener Kater kann gut und gerne zehn Kilo wiegen, die Katzen zwischen fünf und sieben Kilo. Ausnahmen nach unten oder nach oben in der Gewichtstabelle kommen immer wieder vor, doch kann man eine Maine Coon nicht allein an ihrem Gewicht messen. Auch die so beliebte Halskrause entwickelt sich bei manchen Tieren nicht gleich im ersten Lebensjahr, sondern braucht etwas länger.
Die Maine Coon hat ein temperamentvolles und geselliges Wesen. Sie liebt es, die höchsten Kletterbäume zu erklimmen und mit einem Bällchen durch das ganze Haus zu toben. Ein stets gut gefüllter Korb mit Spielsachen ist zu empfehlen, damit nicht irgendwann der Deko-Blumenstrauß die Aufmerksamkeit des Hausgenossen findet, denn Maine Coons sind sehr verspielt und fordern auch immer wieder ihre Besitzer auf, sich mit ihnen zu beschäftigen. Besser natürlich noch als nur normales Spielzeug ist ein lebendiger Genosse und hier zeigt sich, eine Maine Coon wahrhaft tolerant, denn auch wenn sie gerne mit Artgenossen spielt, schmust und tobt - es muss nicht unbedingt ihresgleichen sein. Eine große Freundschaft baut sie anscheinend auch immer wieder zu (natürlich katzenfreundlichen) Hunden auf. Sie ist daher die ideale Katze für den Haushalt, in dem man sich nicht zwischen Hund und Katze entscheiden, sondern beide Tiere halten möchte.
Viele Coonies lieben Wasser und apportieren Bälle, was ihr ohnehin schon den Ruf einbrachte, der Hund unter den Katzen zu sein. Vielleicht auch deshalb hat gerade die Maine Coon viele einstige "Nur-Hunde-Liebhaber" davon überzeugt, dass auch Katzen der Menschen "bester Freund" sein können. Was eine Maine Coon ganz sicher braucht, ist die Liebe und Zuwendung ihrer Menschen. Auch wenn mehrere Tiere gehalten werden, ist der menschliche Kontakt sehr wichtig, und eine Maine Coon kann schon fast aufdringlich schmusen und diesbezüglich ihre Rechte schon fast penetrant einfordern. Seriöse Züchter tragen diesem ausgeprägten Sozialverhalten dadurch Rechnung, dass sie den Kitten vom ersten Tag an viel menschlichen Kontakt vermitteln. Tiere, die in einem so intensiven Kontakt zum Menschen groß werden und nicht in großen Gruppen profitabel vermehrt werden, lassen sich gerne vom Menschen auf den Arm nehmen und durchkraulen. Und abends beim Fernsehen ist der Bauch ihres Menschen ohnehin der bevorzugte Liegeplatz. Solche Zuwendung werden sie ihren Besitzern mit einer lebenslangen Zuneigung danken.
Die MC ist wahrhaft eine majestätische Erscheinung. Die Natur hat ihr so viele positive Eigenschaften mitgegeben, dass wir Züchter dem eigentlich nichts mehr hinzufügen müssen. Ihre wilde Schönheit, ihr bezauberndes Wesen,wer sich einmal in sie verliebt hat, wird ihr auf ewig verfallen sein. Bewahren wir diese Eigenschaften denn zu verbessern gibt es da nichts mehr. The Gentle Giants---wohl wahr!!!! :o
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